Bürgermeisterwahl

kandidat

Dipl.- Verwaltungswirt (FH), Magister in Politikwissenschaft Hartmut Holzwarth

Alter:41
Familienstand:verheiratet
Kinder:Jonathan (10) und Elias (6)
Beruf:Bürgermeister
Hobbys:Wandern, Radsport und Kultur
Ämter:Vorsitzender des DRK Ortsvereins Creglingen, des Vereins für Krankenpflege und Nachbarschaftshilfe Creglingen, des Fremdenverkehrsvereins Creglingen, der Stiftung Jüdisches Museum Creglingen und des Vereins „Feuerwehrmuseum Schloss Waldmannshofen“. Mitglied der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werks Schwäbisch Hall (DIAK). Gruppenführer im Technischen Hilfswerk OV Backnang bis 1998
Homepage:

www.holzwarth-fuer-winnenden.de


Fragen an den Kandidaten


Darum kandidiere ich:
Als Ihr neuer Oberbürgermeister will ich meine ganze Kraft in den nächsten Jahren für Winnenden einsetzen. Gemeinsam mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern und dem Gemeinderat, will ich die Zukunft der Stadt gestalten. Dafür habe ich die klare Vorstellung einer

* lebendigen
* sozialen
* wirtschaftsstarken
* bildungsstarken
* gesundheitlich profilierten
* sportlich engagierten

Stadt.

Bitte unterstützen Sie mich mit Ihrer Stimme bei der Oberbürgermeisterwahl am 31. Januar 2010, damit Winnenden mit neuer Kraft in die Zukunft gehen kann.

Um Ihre Stimme bitte ich herzlich!
Ihr
Hartmut Holzwarth


Fragen an den Kandidaten

Uwe Voral aus Da wo ich gebohren bin., 28.01.2010 08.32 Uhr
Tach Herr Holzwarth,

wie stehen Sie zur aktuellen Haushaltsituation an Ihrer derzeitigen Wirkungsstätte?
Wie erklären Sie sich die unter dem Link http://www.creglinger-spd.de/themen.htm
zu findende Haushaltsrede der SPD-Fraktion an Ihrer Wirkungsstätte?

U.A.w.g. Uwe Voral
Antwort:
Sehr geehrter Herr Stadtrat Voral,

danke für diese Frage, die ich Ihnen gerne ausführlich beantworte.

Die Stadt Creglingen geht wie alle Kommunen im Moment mit den Rahmendaten der Finanz- und Wirtschaftskrise um. Im Haushalt 2010 kommen wir mit Ersatzdeckungsmitteln mit einem blauen Auge (negative Zuführung vom Vermögenshaushalt 380.000 Euro) hin, für die Finanzplanung bis 2013 gilt jedoch, analog der aktuellen Diskussionen im Gemeinderat in Winnenden, daß viele Projekte nicht mehr finanzierbar sind, wenn die Rahmendaten bis zum jeweiligen Haushaltsjahr nicht besser werden. Von einer Verbesserung gehe ich allerdings aus, insbesondere weil unsere größeren Unternehmen gut über Plan bei der Gewerbesteuer liegen.

Vor diesem Hintergrund ist die Haushaltsrede von Stadträtin Dr. Anne Emmert aus Creglingen zu lesen. Diese Rede enthielt den Antrag, den Haushalt 2010 abzulehnen, da u.a. eine mit Konjunkturpaktmitteln und Ausgleichstock geförderte Brückensanierung mit 600.000 Euro eingeplant war und für die Finanzierung der städischen Eigenanteile in Höhe von rund 120.000 Euro aufgrund vorsichtiger Planung im Rahmen der Gesamtdeckung des Haushalts Ersatzdeckungsmittel bzw. eine anteilige Kreditaufnahme geplant sind.

Bei den beiden Vorberatungen in öffentlicher Sitzung im November und Dezember 2010 wurde diese Vorgehensweise von keinem Mitglied des Gemeinderats abgelehnt bzw. von allen Mitglieder zugestimmt, wie auch Frau Dr. Emmert aussagt.

Für den Entwurf des Haushaltsplans wurde diese Vorgehensweise beschlossen. Bis zur Sitzung des Gemeinderats am 19. Januar 2010 gab es auch keinen anderslautenden Antrag.

In dieser Sitzung stellte Frau Dr. Emmert gegen 21.15 Uhr im Rahmen ihrer Haushaltsrede nun den og. Antrag, den sie nach eigenem Bekunden in ihrer Fraktion nicht abgestimmt hatte. Darüber wurde dann ausführlich diskutiert.

Wir haben dann am Ende der sehr sachlichen Beratungen über den Haushalt 2010 wie er vorgelegt und vorberaten worden war abgestimmt. Er wurde bei zwei Nein-Stimmen vom Gremium angenommen. - Übrigens haben dabei von den insgesamt sechs SPD-Stadträten/Stadträtinnen vier dem Haushaltsplan zugestimmt, in den beiden anderen Fraktionen (FW und CDU) gab es keine Gegenstimmen.

Vereinbart wurde, dass mit dem genannten Brückenprojekt in der zweiten Jahreshälfte aus Vorsichtsgründen erst begonnen wird, wenn andere große Baumaßnahmen, konkret die Generalsanierung der Grundschule Creglingen, abgeschlossen und abgerechnet sind. So besteht noch eine Eingriffsmöglichkeit, falls erneute Haushaltsverschlechterungen eintreten sollten. Diese Vorgehensweise war schon im Dezember von mir dem Gremium vorgeschlagen worden.

Da für 2010 von der Verwaltung in allen Ansätzen vorsichtig geplant wurde, kann aus heutiger Sicht eher noch von einer Haushaltsverbesserung bis dorthin ausgegangen werden.

Aktuell liegen uns Haushaltsverbesserungen gegenüber dem Planwerk von rund 850.000 Euro vor.

Sollte es hierbei bleiben, wird sich die Zuführungsrate umkehren und wir können auf die Kreditaufnahme und die Ersatzdeckungsmittel in weiten Teilen verzichten.

In der Haushaltsrede, die Ihnen vorliegt, und die auf der SPD-Homepage steht, ist also nicht die Mehrheitsmeinung der SPD und auch nicht unseres Gemeinderats enthalten. Da wir in Creglingen abweichende Meinungen aber akzeptieren und uns damit befassen, und dies natürlich auch von der Creglinger SPD so gemacht wird, steht sie auf der SPD-Homepage. Sie war auf unserer Sitzung ein wichtiger Redebeitrag und ist weiterhin ein gelungener nachdenklicher Beitrag - mehr aber auch nicht.

Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Falls Sie sich über die aktuelle Meinungsvielfalt in der Creglinger SPD-Fraktion weiter orientieren wollen, können Sie sich gerne auch an den SPD-Stadt-und Kreisrat sowie Ortsvorsteher Fritz Danner, Tel. 07933/7483 oder fritz.danner@polizei.bwl.de wenden, der zum Beispiel eine Frau Dr. Emmert entgegengesetzte Position vertritt.

Mit freundlichen Grüßen
Hartmut Holzwarth

i. A. FAAW Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen aus Winnenden, 14.01.2010 17.22 Uhr
Sehr geehrter Herr Holzwarth,

Sie bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters von Winnenden, das viel Verantwortung mit sich bringt.

Für uns, den Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen, haben sich in den letzten Monaten wichtige Fragen ergeben, welche wir nachfolgend gemeinsam zusammengestellt haben und für die wir um Ihre Stellungnahme bitten. Ihre Antworten zu diesen Themen, die uns täglich in irgendeiner Form begegnen, sind für uns alle eine wichtige Entscheidungshilfe bei der anstehenden Wahl.

Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen

1. Schulsozialarbeiter
Von dem Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen, den Winnender Eltern sowie der Rektorenkonferenz wurde die Forderung nach 4 Schulsozialarbeitern gestellt. Auch die Andriof-Expertenkommission hat diesem Thema große Bedeutung beigemessen und für Winnenden ausdrücklich eine Empfehlung zum Ausbau dieses bisher vernachlässigten Bereichs ausgesprochen. Die Mitglieder vom Aktionsbündnis und die Mitglieder vom Förderverein Aktionsbündnis stehen ebenfalls hinter dieser Forderung. Wie stehen Sie zu diesem für Schüler, Lehrer und Eltern sehr wichtigen Thema und wie groß ist Ihre Bereitschaft hier nach Wegen zu suchen, die eine Umsetzung möglich machen?

2. Dritte Sporthalle
Seit 20 Jahren warten Schulen und Vereine auf den Bau der Dritten Sporthalle. Immer wieder gab es Gründe für einen Aufschub. Viel Geld wurde in die Planungen investiert, auch diese sind mittlerweile abgeschlossen. Vom Land werden Mittel bereitgestellt und die Stadt steht aktuell schuldenfrei da. Wie stehen Sie vor diesem Hintergrund zur Frage nach einer Finanzierung der Dritten Sporthalle mit 500 Zuschauerplätzen über einen Kredit?

3. Robert-Böhringer-Hauptschule / Werkrealschule
Die Werkrealschule wird dieses Jahr kommen, aber die Räumlichkeiten fehlen. Die Schülerzahlen stehen erst nach der nächsten Anmeldung fest. Sicher ist aber, dass die jetzigen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen, deshalb sollen die Schüler in eine Interimsschule in Gestalt der Containerschule kommen. Bevor die Schüler diese Schule beziehen, muss eine konkrete Lösung geschaffen sein!
Gibt es aus Ihrer Sicht Wege, mit den Nachbargemeinden zu einem Konsens zu kommen, der eine langfristige, sinnvolle Unterbringung der Werkrealschüler ohne Entstehung unnötiger zusätzlicher Kosten ermöglicht?
In Winnenden steigen die Schülerzahlen entgegen aller Prognosen, wie sehen Sie die Möglichkeit eines Neubaus?
Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Rober-Böhringer-Hauptschule und ihre Schüler?

4. Schuletat und Schulrenovierungen
Obwohl immer wieder von Gesellschaft und Politik betont wird, wie wichtig unsere Kinder und deren Bildungschancen sind, wurde von der Stadt Winnenden der Schuletat gekürzt. Wie stehen Sie dazu?
Damit Kinder und Jugendliche sich in „ihrer“ Schule wohl fühlen sollte auch der äußere Rahmen stimmen, d.h. die Schulen müssen sukzessive renoviert werden. Durch die Fördergelder vom Land gibt es erste Renovierungen. Wie sehen Sie die weiteren Möglichkeiten für Schulen, die noch nicht renoviert sind?

5. Kommunikation
Ein großes Anliegen ist den Eltern der Winnender Schulen eine gute und vor allem für jeden transparente Kommunikation zwischen Eltern, Schule und der Stadt Winnenden, dem Schulträger. Gegenseitige Wertschätzung sollte selbstverständlich sein.
Wie lässt sich diese Ihrer Meinung nach am Besten gestalten? Was können alle Beteiligten hierzu beitragen?

6. Netzwerkbildung
Es haben sich in Winnenden die verschiedensten Gruppen gebildet, durch einen konstruktiven Austausch und einer neuen Netzwerkbildung eröffnet diese Struktur für Winnenden neue Möglichkeiten.
Wie werden Sie damit umgehen? Können Sie diese Netzwerkbildung unterstützen?

Wir freuen uns auf Ihre Stellungnahme, die wir bis zum 19.01.2010 erbitten. Gerne werden wir Ihre Meinungen zu den oben stehenden Punkten an unsere Mitglieder/Familien weiterleiten, um auch diesen die Möglichkeit zu geben, Sie und Ihre Ansichten zu diesen für viele wichtigen Themen kennen zu lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen

Antwort:
Liebe Mitlieder des Gesamtelternbeirats der Winnender Schulen, gerne antworte ich Ihnen auf Ihre sehr wichtigen Fragen auf diesem Wege im Wahl-Portal der Winnender Zeitung. Sie können darüber hinaus auch gerne persönlich auf mich zu kommen. Freundliche Grüße - Ihr Hartmut Holzwarth

1. Schulsozialarbeiter Von dem Gesamtelternbeirat
der Winnender Schulen, den Winnender Eltern sowie der
Rektorenkonferenz wurde die Forderung nach 4
Schulsozialarbeitern gestellt.

Bisher gibt es eine 75%-Stelle, der Gemeinderat hat 200%-Stellen, also zwei ganze Stellen, beschlossen. Die Umsetzung muss nun rasch erfolgen, die Ausschreibung und Stellenbesetzung verzögert sich im Moment bereits etwas. Ein weiterer Ausbau ist aber dringend erforderlich. Aus langer Erfahrung weiß ich, dass 140% Stellen bei 700 Schülern (in Creglingen) knapp bemessen sind. Ingesamt sind in Winnenden mindestens 400% erforderlich, um für alle Schularten bzw. Schulstandorte überhaupt ein Angebot zu schaffen. Ich schlage vor, stufenweise in folgenden Schritten nach Dringlichkeit vorzugehen: 1. Versorgung der Haupt/Werkrealschulen, dann 2. der Realschule und Gymnasien, dann 3. der Grundschulen in der Kernstadt, dann 4. der Grundschulen in den Stadtteilen. Erfahrungsgemäß ist der Bedarf in Schulbezirken mit Schülern mit Migrationshintergrund und bei weniger starken Elternhäusern am höchsten. Aber auch an den Grundschulen sind die Bedürfnisse steigend, da immer mehr Kinder besondere Lagen haben.Zur Finanzierung schlage ich eine Förderung über den Rems-Murr-Kreis vor - im Main-Tauber-Kreis findet das auch statt. Weiter können für gesonderte Projektstellen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) herangezogen werden.

2. Dritte Sporthalle Seit 20 Jahren warten Schulen und Vereine auf den Bau der Dritten Sporthalle.

Das Warten sollte rasch ein Ende haben. Im Zuge antizyklischer Wachstumspolitik muss die Stadt Winnenden deshalb nun handeln. Dafür kann für den Eigenanteil der Stadt an den Baukosten auch ein Kredit aufgenommen werden. Dieser sollte aber so klein wie möglich gehalten werden. Dafür ist eine breite Unterstützung durch alle Beteiligten, auch die örtliche Wirtschaft und ein Konsens in der gesamten Stadt mit neuer Prioritätensetzung bei den Finanzen zu erreichen. Dafür würde ich mich ab dem 1. April 2010 gerne voll einbringen.

3. Robert-Böhringer-Hauptschule /Werkrealschule Die Werkrealschule wird dieses Jahr kommen, aber die Räumlichkeiten fehlen.

Es ist ein Unding, eine quasi neue Schule an einem neuen, gemeinsamen Standort zu planen, ohne ein Konzept für die Unterbringung zu haben. Nicht einmal die Mittel für eine Planung scheinen derzeit vorhanden. Die Container-Lösung wird für die Stadt teuer, teurer wie jede andere Lösung. Gleichzeitig soll die Hauptschule in Höfen leer stehen. Das verstehe ich nicht. Mein Vorschlag:

Ein Gesamtkonzept für das Bildungszentrum II, in dem sowohl die Planungen für die Albertville-Realschule, die Robert-Böhringer-Hauptschule als auch die Situation des Lessing-Gymnasiums Berücksichtigung finden. Auch die Dritte Sporthalle könnte in das Paket - mit dem gesamten Plan könnte man dann an die Landesregierung herantreten und angesichts der besonders schwierigen Situation in Winnenden seit dem 11. März 2009 eine Hilfe aus einem Guß beantragen.

Im übrigen habe ich die große Sorge, dass die Schüler der Robert-Böhringer-Schule unter dem ohne Not geborenen Umzug in die Container leiden werden, sich abgeschoben fühlen. Auch den Zeitplan für den Umzug im nächsten Schuljahr sehe ich in Gefahr, höchstens die Albertville-Realschule zieht in eine noch laufende Baustelle ein.

Mit den Nachbarkommunen wie Schwaikheim, Leutenbach und Berglen könnte man durchaus über ein Konzept für eine gemeinsame Lösung der Werkrealschulthematik sprechen.

Zum Vergleich: Die Städte Creglingen, Weikersheim, Niederstetten und die Gemeinde Igersheim haben vom Kulturminister vorgestern die Genehmigung für eine gemeinsame neue Werkrealschule am Standort Weikersheim bei Erhalt der vier einzügigen Schulstandorte erhalten - es geht also, wenn man das tatsächlich auch will.

4. Schuletat und Schulrenovierungen Obwohl immer wieder von Gesellschaft und Politik betont wird, wie wichtig unsere Kinder und deren Bildungschancen sind, wurde von der Stadt Winnenden der Schuletat gekürzt.

Wenn man in allen Bereichen kürzen muss, weil die Gelder knapp sind, dann kann man die Schulen nicht grundsätzlich verschonen. Man sollte hier aber sehr vorsichtig handeln. Nach meiner Erfahrung ist es wichtig, den Schulen ausreichende Spielräume für die wirklich notwendigen Beschaffungen zu lassen.

Die Renovierungen müssen ohnehin nicht aus dem Schuletat, sondern dem Gebäudeunterhaltungstopf gebracht werden. Hier gilt: nicht kleckern, sondern klotzen, um auf Dauer auch Kosten zu sparen. Das kann man nach Haushaltslage auch in Schritten tun, aber man muss sie dann auch nacheinander gehen. Eine Rentabilitätsberechnung insbesondere bei energetischen Maßnahmen lässt die Entscheidungen zu dem oft leichter fallen.

5. Kommunikation Ein großes Anliegen ist den Eltern
der Winnender Schulen eine gute und vor allem für jeden
transparente Kommunikation zwischen Eltern, Schule und der
Stadt Winnenden, dem Schulträger.

Für mich ist es das größte Anliegen, dass die Schulen sich wertgeschätzt fühlen. Denn wir vertrauen ihnen unser wichtigstes Gut an - die Zukunft unserer Kinder. Für eine Stadt, für Winnenden, sind die Schulen und die Kindergärten die wichtigsten Einrichtungen.

Demgemäß muss der Umgang sein. Dieser wird nicht immer konfliktfrei bleiben, aber der Oberbürgermeister und der Bürgermeister sind aufgefordert, besonderen Wert auf einen Umgang, der positiv bestärkend wirkt,zu legen. So werde ich als Oberbürgermeister mit den Schulen zusammenarbeiten, so habe ich es als Bürgermeister bereits getan. Dazu ist der regelmässige Austausch unabdingbar. Wir haben in Winnenden einen regelmässigen Jour-Fix des Oberbürgermeisters und Bürgermeisters mit den Rektoren vor, der Gremiensitzungen vor- und nachbereitet und den Informationsfluss aufrechterhält. Auch mit den Elternbeiräten sollte der Austausch regelmässig stattfinden.

6. Netzwerkbildung Es haben sich in
Winnenden die verschiedensten Gruppen gebildet, durch einen
konstruktiven Austausch und einer neuen Netzwerkbildung
eröffnet diese Struktur für Winnenden neue Möglichkeiten.

Gerne unterstütze ich jedwedes positiv wirkendes Netzwerk und trage meinen Teil hierzu durch einen offenen Austausch bei. Die Einzelheiten müssten mir hier aber noch näher dargelegt werden, damit ich mich konkreter dazu äußern kann.

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden Stiftung gegen Gewalt an Schulen aus 71364 Winnenden, 14.01.2010 17.20 Uhr
Sehr geehrter Herr Holzwarth,

Sie bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters von Winnenden, das viel Verantwortung mit sich bringt.

Für uns, das Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden - Stiftung gegen Gewalt an Schulen und den Förderverein Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, haben sich in den letzten Monaten wichtige Fragen ergeben, welche wir nachfolgend gemeinsam zusammengestellt haben und für die wir um Ihre Stellungnahme bitten. Ihre Antworten zu diesen Themen, die uns täglich in irgendeiner Form begegnen, sind für uns alle eine wichtige Entscheidungshilfe bei der anstehenden Wahl.

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden/Stiftung gegen Gewalt an Schulen:

1. Seit dem 11.3.2009 sind über 10 Monate vergangen, ohne dass sich sichtbar und/oder fühlbar etwas verändert hat. Welches sind die Dinge, die sich Ihrer Meinung nach – auch als Folge dieses schrecklichen Ereignisses – bei uns verändern sollten und wofür würden Sie sich besonders einsetzen?

2. Am Jahrestag des Amoklaufs wird die Welt wieder auf Winnenden schauen. Wir haben bisher ja nicht viel an konkreten Maßnahmen vorzuweisen. Teilen Sie unsere Meinung, dass wir für andere ein Vorbild sein müssen? Wenn ja, was wollen Sie tun um auch zu zeigen, dass viele Entwicklungen in der Gesellschaft falsch laufen?

3. Viele Bürger kommen auf uns zu und beklagen, dass es keine Gedenkstätte gibt. Wie stehen sie dazu?

4. Uns vom Aktionsbündnis ist sehr an einer guten, vertrauensvollen und offenen Zusammenarbeit vor allem auch mit der Stadt Winnenden gelegen. Nur so können wir notwendige Veränderungen bewirken. Welche Punkte spielen aus Ihrer Sicht für eine gute Kommunikation eine wichtige Rolle? Gibt es Bereiche, die von Seiten des Aktionsbündnisses verbessert werden können?

5. In den letzten Monaten wurde oftmals das Fehlen von Werten in unserer Gesellschaft beklagt. Über welche Werte würden Sie gerne mit Kindern/Jugendlichen aus unserer Stadt diskutieren? Welchen Rahmen können Sie sich für eine solche Diskussion vorstellen?

Wir freuen uns auf Ihre Stellungnahme, die wir bis zum 19.01.2010 erbitten. Gerne werden wir Ihre Meinungen zu den oben stehenden Punkten an unsere Mitglieder/Familien weiterleiten, um auch diesen die Möglichkeit zu geben, Sie und Ihre Ansichten zu diesen für viele wichtigen Themen kennen zu lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden
Stiftung gegen Gewalt an Schulen



Antwort:
Sehr geehrte Mitglieder des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden,
vielen Dank für Ihre Fragen im Wahl-Portal der Winnender Zeitung. Nachstehend erhalten Sie meine Antworten darauf. Für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Hartmut Holzwarth

1. Seit dem 11.3.2009 sind über 10
Monate vergangen, ohne dass sich sichtbar und/oder fühlbar
etwas verändert hat. Welches sind die Dinge, die sich Ihrer
Meinung nach – auch als Folge dieses schrecklichen
Ereignisses – bei uns verändern sollten und wofür würden
Sie sich besonders einsetzen?

Was mich nach wie vor verwundert ist die Tatsache, dass die Umbaupläne zur Albertville-Realschule nicht bereits so vorangetrieben wurden, dass die Finanzierung mit den Förderbehörden geklärt und der Bau begonnen werden konnte. Ich würde mich hierbei sehr gerne für einen raschen Beginn der Maßnahme einsetzen. Dabei möchte ich Wert legen auf ein von allen an der Albertville-Realschule getragenes Schulkonzept, ein pädagogisches Konzept, das an der Schule mit Leben erfüllt werden kann und das von den Beteiligten dann auch aktiv vertreten wird. Wie weit man hier schon ist, entzieht sich noch meiner Kenntnis. Im Ergebnis will ich Ihnen sagen, kommt es mir weniger auf die baulichen Veränderungen als die Qualität der mitmenschlichen Beziehungen an, für die ich mich als Vertreter des Schulträgers Stadt Winnenden. Mir ist aber klar, das bauliche Veränderungen dringend erforderlich und richtig sind.

2. Am Jahrestag des Amoklaufs
wird die Welt wieder auf Winnenden schauen. Wir haben bisher ja nicht viel an konkreten Maßnahmen vorzuweisen.

Hier widerspreche ich Ihnen mit Blick auf Ihre Arbeit im Aktionsbündnis, die vorbildlich ist, wie ich bei einem Besuch in Ihrem Büro erfahren habe. Ich habe habe großen Respekt vor dem, was hier bisher geleistet wurde. Meinen Beitrag zum Jahrestag sehe ich zunächst wesentlich im Zuhören und Dazulernen, denn ich war vor einem Jahr nicht dabei und wäre, wenn ich gewählt werde, noch nicht der amtierende Oberbürgermeister. Dies ist auf jeden Fall noch Herr Fritz und er wird für die Stadt an diesem Tag mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen als Augenzeuge sprechen. Meine Aufgabe sehe ich dann ganz bewußt im Hineinfinden in diesen nicht einfachen Aspekt meiner künftigen Aufgabe als Oberbürgermeister, die mit dem 1. April 2010 beginnen würde. Im Falle der Wahl ist es mir sehr wichtig, hier dabei sein zu können. Ich denke an dieser Stelle vor allem aber an alle Angehörigen der Opfer und auch an alle überlebenden Opfer und die vielen Helfer und Begleiter, die selbst unter den Folgen leiden zu haben.

3. Viele Bürger kommen auf uns zu und beklagen, dass es keine Gedenkstätte gibt. Wie stehen sie dazu?

Positiv, wenn das Bedürfnis tatsächlich ein breites ist. Allerdings sollten hier bei allen Entscheidungen die Gedanken der Betroffenen angehört und aufgenommen werden. Ich habe Erfahrungen mit der nicht einfachen Gedenkstättenarbeit aus Creglingen, die ich mitbringen kann.

4. Uns vom Aktionsbündnis ist sehr an einer guten, vertrauensvollen und offenen Zusammenarbeit vor allem auch mit der Stadt Winnenden gelegen.

Daran liegt mir im Falle der Wahl genauso. Da ich diese Zusammenarbeit noch nicht im Detail kenne, sehe ich derzeit noch keine Verbesserungsmöglichkeiten von Seiten des Aktionsbündnisses. Wenn mir da etwas auffallen würde, werde ich mich im Falle der Wahl einfach bei Ihnen melden.

5. In den letzten Monaten wurde oftmals das Fehlen
von Werten in unserer Gesellschaft beklagt. Über welche Werte würden Sie gerne mit Kindern/Jugendlichen aus unserer Stadt diskutieren?

Das Diskutieren ist nur ein Weg. Das Vorleben der Werte ist noch besser, weil überzeugender. Dazu gehört das Thema Wertschätzung und Achtung des Gegenübers im Falle des schrecklichen Ereignisses vom 11. März 2009 ganz besonders. Mit dieser sanften Entschiedenheit sollte man auch die ganzen daraus folgenden Themen, z.B. die Gewaltfreiheit an Schulen und im Alltag und die Zurückdrängung gewaltverherrlichender Schriften und Computer-Spiele angehen. Zusammen mit den Elternhäusern und Lehrern, aber auch mit den Schülern kann hier viel erreicht werden. Ein interessantes Beispiel war ein Elternabend an der Creglinger Hauptschule, den ich vor zwei Monaten besucht habe. Dabei stellten - motiviert durch die seit dem Amoklauf in Winnenden ausgelösten Diskussionen - die Schüler der Klassen 8 und 9 die heute gängigen Computerspiele und ihre Einstellung dazu vor.

Die Eltern haben dabei oft zum ersten Mal wohl mit ihren Kindern über das Thema ausführlich gesprochen. Den Abend hatte ein besonders engagierter Lehrer mit den Schülern gemeinsam vorbereitet.An diesem Abend wurde dann fast beiläufig ganz intensiv über Werte gesprochen und alle haben dazu gelernt, einschließlich mir. Es wurde das Entscheidende erreicht: das Gespräch miteinander statt übereinander.


Wolfgang Weber aus Winnenden, 28.12.2009 15.20 Uhr
Sehr geehrter Herr Holzwarth,

seit Jahrzehnten drängen Anwohner auf eine Lösung des Problems Obdachlosenunterkünfte: total heruntergewirtschaftet, 3 von 5 Hütten seit Jahren leerstehend, menschenunwürdig etc..

Der OB-Wahlkampf scheint sich in der Frage 3. Sporthalle zu erschöpfen.

Gerne sind wir bereit Ihnen eine detaillierte Dokumentation über unsere Bemühungen vorzulegen.

Für eine Diskussion und eine Führung durch den städtischen Wohnpark Nikolaus-Lenau-Straße 5 - 12 stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

MfG
gez. Weber
Antwort:
Sehr geeehrter Herr Weber,

gestern haben wir uns nach meiner kurzen Vorortbesichtigung persönlich über die Situation in der Nikolaus-Lenau-Straße 5-12 ausgetauscht.

Wir sind uns einig: die in den Jahren 1946-48 erstellten Einfachstwohnungen sind den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen und auch nicht renovierungswürdig.

Die Stadt Winnenden plante bisher gemäß dem Haushaltsplan 2009 die Neuerstellung von Obdachlosenunterkünften am gleichen Standort. Durch die Haushaltsengpässe der Stadt in Folge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise befürchten Sie nun zu Recht, dass das Projekt weiter aufgeschoben wird, obwohl bereits in den Achtziger Jahren Pläne für eine Erneuerung erstellt worden waren.

Nach kurzer Diskussion waren wir uns einig, dass es haushaltsneutrale Möglichkeiten der Erneuerung dieser Unterkünfte gibt. Dies setzt voraus, dass die Stadt das 3.000 qm große Areal insgesamt betrachtet und in einen Lösungsansatz unter Beteiligung eines privaten Investors einbeziehen würde. Hier sehe ich eine erfolgversprechende Aussicht, dieses Thema anzupacken und einer raschen Lösung zuzuführen. Dafür werde ich im Falle meiner Wahl zum Oberbürgermeister mit Nachdruck im Gemeinderat eintreten, um die Zustände sowohl für die Bewohner der Nikolaus-Lenau-Straße 5-12 als auch die betroffene, umliegende Nachbarschaft in Bälde zu verbessern. Von weiteren provisorischen Lösungen oder halbherzigen Reparaturen halte ich im übrigen nichts.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Hartmut Holzwarth