Bürgermeisterwahl

kandidat

Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Norbert Sailer

Alter:44
Familienstand:verheiratet
Kinder:3 Kinder, Moritz (14 Jahre), Antonia (11 Jahre), Josepha (4 Jahre)
Beruf:Bürgermeister der Stadt Winnenden
Hobbys:15 Jahre Mitgliedschaft bei der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg Stamm Frommern, bei der ich insgesamt drei Jugendgruppen leitete. Seit 1990 Mitglied in der Altpfadfindergilde. Dreikönigssingen - Sternsingen für das Kindermissionswerk. Denn Kinder sind nicht nur unsere Zukunft,sondern auch die Quelle des Glücks in der Gegenwart. Weitere Hobbys: Querflöte spielen, Radfahren, Fitness, Kochen, Handwerkern, Handarbeiten, Garten, Lesen
Ämter:1991 bis 1995 Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Meißen, 1995 bis 1998 Geschäftsführer Evangelische Siedlungswerke in Sachsen GmbH, 1998 bis 2002 Stiftung Liebenau Leiter der Ausbildungs- und Regiebetriebe, 2002 bis heute Bürgermeister der Stadt Winnenden, Mitglied im Vorstand der Bürgerstiftung Winnenden Mitglied im Vorstand der Volkshochschule Winnenden e.V. Geschäftsführer der Stadtwerke Winnenden GmbH
Homepage:

www.ob-fuer-winnenden.de


Fragen an den Kandidaten


Darum kandidiere ich:
11 Punkte für Winnenden.

1.)Ich werde den Gesundheitsstandort Winnenden weiterentwickeln.
Die neue Klinik wird uns im „Zukunftssektor Gesundheit“ neue Impulse verleihen. Sie wird auf Jahre hinaus Beschäftigung sichern. Mit einer klugen, ergänzenden Politik wird sie zum Meilenstein unserer Stadt und zum Garanten für unser Wohlergehen.

2.)Der Bildungsstandort Winnenden. Zur neuen Klinik passt zum Beispiel eine Fachschule für pflegende Berufe. Die Klinik wird durch den enormen Personal-Bedarf ein breites Angebot an Arbeitsplätzen bieten. Unsere Schulen gehören als Lebensraum ausgebaut und die Gebäude modernisiert. Dazu zähle ich auch die Sportstätten.

3.)Ich setze mich für unsere dritte Sporthalle ein. Jetzt haben die Kinder Vorrang. Sobald sich die Finanzlage bessert, werden wir mit dem Bau beginnen. Ich werde nach der Wahl eine breit aufgestellte Förderinitiative ins Leben rufen, um zusammen mit den ortsansässigen Unternehmen, Vereinen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen.

4.)Gemeinschaft für Jugend, Familien und Senioren: Ich werde in vorhandenen Gebäuden von Bürgern getragene Begegnungsstätten schaffen, wo sich Jugendliche, Familien und Senioren auch generationsübergreifend treffen können. Hier ist Platz für Vereine oder offene Treffs, wo sie ihre vielfältigen Aktivitäten entfalten können.

5.)Das Kinderhaus: Wir brauchen mehr Plätze und bedarfsgerechte Betreuungsangebote. Weniger können wir uns gar nicht leisten – es geht um die Zukunft unserer Kinder.

6.)Städtebauliche Entwicklung: In der Zukunft sehe ich Entwicklungschancen für das Pfleiderer-Areal, die Aufwertung der Stadteingänge sowie der Bahnhofsvorstadt. Dabei werde ich die Bürger aktiv in die Entscheidungsprozesse einbinden – mit Planungswerkstätten haben wir bereits gute Erfahrungen gemacht. Durch den Bau des Markthauses haben die Stadt und der Investor gemeinsam etwas Vorbildliches geschaffen. Dazu kommt zukünftig der neu zu gestaltende Kronenplatz mit weiteren Einzelhandelsgeschäften als Ergänzung zum Innenstadt-Sortiment.

7.)Durch die Verkehrsentwicklungsplanung erreichen wir eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie der Fuß- und Radwege. Lücken im Nahverkehrsnetz werden geschlossen und eine feste Taktung eingeführt. Die Ortsteile rücken damit näher an die Innenstadt heran, die Wege in der Stadt werden kürzer.

8.)Ich werde dafür sorgen, dass die Winnender Finanzen auch weiterhin solide bleiben. Auch in Zukunft werden wir zur Entlastung unseres Haushaltes eng mit privaten Investoren zusammenarbeiten. Auf diese Weise haben wir auch in der Baulandentwicklung viel erreicht. Um eine konsequente Durchforstung unseres Haushaltes kommen wir nicht herum.

9.)Kulturelles und bürgerschaftliches Engagement: Eine musische und kulturelle Ausbildung ist für Kinder der ideale Start in ein erfülltes Leben. Ich werde die Kooperation von Schulen und Vereinen fördern. Das ist Sinn stiftend, fördert die Sozialkompetenz und bestärkt die Bürger zu ehrenamtlichem Engagement - ein lebendiges Gemeinwesen. Auf meine Initiative hin wurde die Bürgerstiftung gegründet.

10.)Sicherung Handel und Gewerbe: Ich werde den Einzelhandel und die gewerbliche Wirtschaft weiter stärken. Dazu gehört auch die Erschließung neuer Gewerbeflächen sowie der brach liegenden oder ungenutzten Flächen. Wirtschaftsförderung ist Chefsache. Regelmäßige Gespräche mit den Unternehmern schaffen eine gemeinsame Basis für weitere wirtschaftliche Entwicklung.

11.)Umwelt: Ökologie und Ökonomie gehören zueinander. Bereits in der Planung wird der Umweltgedanke berücksichtigt. Regenerative Energien werden konsequent genutzt. Dies entlastet den privaten wie auch den städtischen Haushalt.


Fragen an den Kandidaten

i. A. FAAW Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen aus Winnenden, 14.01.2010 17.28 Uhr
Sehr geehrter Herr Sailer,

Sie bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters von Winnenden, das viel Verantwortung mit sich bringt.

Für uns, den Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen, haben sich in den letzten Monaten wichtige Fragen ergeben, welche wir nachfolgend gemeinsam zusammengestellt haben und für die wir um Ihre Stellungnahme bitten. Ihre Antworten zu diesen Themen, die uns täglich in irgendeiner Form begegnen, sind für uns alle eine wichtige Entscheidungshilfe bei der anstehenden Wahl.

Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen

1. Schulsozialarbeiter
Von dem Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen, den Winnender Eltern sowie der Rektorenkonferenz wurde die Forderung nach 4 Schulsozialarbeitern gestellt. Auch die Andriof-Expertenkommission hat diesem Thema große Bedeutung beigemessen und für Winnenden ausdrücklich eine Empfehlung zum Ausbau dieses bisher vernachlässigten Bereichs ausgesprochen. Die Mitglieder vom Aktionsbündnis und die Mitglieder vom Förderverein Aktionsbündnis stehen ebenfalls hinter dieser Forderung. Wie stehen Sie zu diesem für Schüler, Lehrer und Eltern sehr wichtigen Thema und wie groß ist Ihre Bereitschaft hier nach Wegen zu suchen, die eine Umsetzung möglich machen?

2. Dritte Sporthalle
Seit 20 Jahren warten Schulen und Vereine auf den Bau der Dritten Sporthalle. Immer wieder gab es Gründe für einen Aufschub. Viel Geld wurde in die Planungen investiert, auch diese sind mittlerweile abgeschlossen. Vom Land werden Mittel bereitgestellt und die Stadt steht aktuell schuldenfrei da. Wie stehen Sie vor diesem Hintergrund zur Frage nach einer Finanzierung der Dritten Sporthalle mit 500 Zuschauerplätzen über einen Kredit?

3. Robert-Böhringer-Hauptschule / Werkrealschule
Die Werkrealschule wird dieses Jahr kommen, aber die Räumlichkeiten fehlen. Die Schülerzahlen stehen erst nach der nächsten Anmeldung fest. Sicher ist aber, dass die jetzigen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen, deshalb sollen die Schüler in eine Interimsschule in Gestalt der Containerschule kommen. Bevor die Schüler diese Schule beziehen, muss eine konkrete Lösung geschaffen sein!
Gibt es aus Ihrer Sicht Wege, mit den Nachbargemeinden zu einem Konsens zu kommen, der eine langfristige, sinnvolle Unterbringung der Werkrealschüler ohne Entstehung unnötiger zusätzlicher Kosten ermöglicht?
In Winnenden steigen die Schülerzahlen entgegen aller Prognosen, wie sehen Sie die Möglichkeit eines Neubaus?
Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Rober-Böhringer-Hauptschule und ihre Schüler?

4. Schuletat und Schulrenovierungen
Obwohl immer wieder von Gesellschaft und Politik betont wird, wie wichtig unsere Kinder und deren Bildungschancen sind, wurde von der Stadt Winnenden der Schuletat gekürzt. Wie stehen Sie dazu?
Damit Kinder und Jugendliche sich in „ihrer“ Schule wohl fühlen sollte auch der äußere Rahmen stimmen, d.h. die Schulen müssen sukzessive renoviert werden. Durch die Fördergelder vom Land gibt es erste Renovierungen. Wie sehen Sie die weiteren Möglichkeiten für Schulen, die noch nicht renoviert sind?

5. Kommunikation
Ein großes Anliegen ist den Eltern der Winnender Schulen eine gute und vor allem für jeden transparente Kommunikation zwischen Eltern, Schule und der Stadt Winnenden, dem Schulträger. Gegenseitige Wertschätzung sollte selbstverständlich sein.
Wie lässt sich diese Ihrer Meinung nach am Besten gestalten? Was können alle Beteiligten hierzu beitragen?

6. Netzwerkbildung
Es haben sich in Winnenden die verschiedensten Gruppen gebildet, durch einen konstruktiven Austausch und einer neuen Netzwerkbildung eröffnet diese Struktur für Winnenden neue Möglichkeiten.
Wie werden Sie damit umgehen? Können Sie diese Netzwerkbildung unterstützen?

Wir freuen uns auf Ihre Stellungnahme, die wir bis zum 19.01.2010 erbitten. Gerne werden wir Ihre Meinungen zu den oben stehenden Punkten an unsere Mitglieder/Familien weiterleiten, um auch diesen die Möglichkeit zu geben, Sie und Ihre Ansichten zu diesen für viele wichtigen Themen kennen zu lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Gesamtelternbeirat der Winnender Schulen

Antwort:
1. Schulsozialarbeiter

Grundsätzlich ist die Schulsozialarbeit eine sinnvolle Ergänzung zum schulischen Angebot. Erst vor kurzem fand mit den Schulleitern des Bildungszentrums II ein Erfahrungsaustausch statt. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.
Die Schaffung von neuen Stellen ist nur möglich, wenn diese im Stellenplan, Teil des Haushaltsplanes enthalten sind. Der aktuelle Haushaltsplanentwurf enthält zusätzlich 1,25 Stellen Schulsozialarbeit. Das macht insgesamt 2 Stellen für Winnenden, damit verfügt jedes Bildungszentrum rein rechnerisch über 1 Stelle. Meine Bereitschaft außerhalb des städtischen Haushalts nach Wegen zu suchen, um weitere Stellen finanzieren zu können, ist uneingeschränkt. Vielleicht können wir gemeinsam, neben der Anschubfinanzierung des Landkreises weitere Co-Finanziers finden.


2. Dritte Sporthalle

Kredite zur Finanzierung von Investitionen aufzunehmen halte ich für eine ganz normale Sache. Im Falle der Dritten Sporthalle investieren wir für unsere Jugend. Das ist gut so. Schlecht ist allerdings, wenn wir so hohe Schuldenberge auftürmen, dass unsere Kinder keine Chancen mehr haben, diese abzutragen.
Auch können wir nicht nach Gutdünken Kredite aufnehmen. Unser Haushalt – und damit auch unsere Kredite – müssen vom Regierungspräsidium genehmigt werden. Und die folgenden Haushalte stellen uns vor große Herausforderungen: Aufgrund der Weltwirtschaftskrise erhalten wir von Land und Bund wesentlich weniger Finanzzuweisungen. Das wird selbst bei eisernem Sparwillen dazu führen, dass wir bereits Ende 2013 voraussichtlich mehr als 14 Mio. € Schulden haben. Der städtische Haushalt verkraftet langfristig max. 12 Mio. € Schulden. Die Haushalte 2011 ff sind damit aus heutiger Sicht nicht genehmigungsfähig. Es hängt also nicht allein vom Willen unseres Gemeinderates ab, Kredite aufzunehmen, sondern auch von der Genehmigungsfähigkeit durch das Regierungspräsidium.
In diesem Zusammenhang haben wir am vergangenen Sonntag mit dem Stadtverband für Sport, Vertreter der Sportvereine, Sportler und weiteren Interessierten eine lebhafte Diskussion geführt. Dabei wurde auch die neue Initiative "3. Sporthalle Winnenden" von den Herren Michele Bonfiglio und Ralf Oldendorf vorgestellt. Hier geht es darum, möglichst viele Unternehmen und Bürger für die Idee zu gewinnen, sich mit Spenden und / oder mit dem Kauf von "Bausteinen" an dem Projekt zu beteiligen. Die Spendensumme von 1 Mio. € bringt uns der Realisierung wesentlich näher.


3. Robert-Böhringer-Hauptschule / Werkrealschule

Die Container sind eine Zwischenlösung – selbst wenn die Schüler, wie sie mir in Gesprächen versichert haben, hier gerne unterrichtet werden.
In Winnenden steigen in der Tat die Schülerzahlen, langfristig betrachtet werden sie aber zurückgehen. Bereits heute können in Höfen wie auch in Berglen leider keine ausreichend großen Klassen gebildet werden – diese Schüler werden deshalb zukünftig in der Robert-Böhringer-Schule unterrichtet. Sofern möglich, werden wir natürlich den vorhandenen Schulraum durch die Bildung von Außenklassen nutzen, um die Schulwege möglichst kurz zu halten.
Die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden sehe ich positiv, die ersten Gespräche wurden geführt. Allerdings müssen sich die jeweiligen Bürgermeister und Gemeinderäte noch abschließend äußern.
Die Frage eines Neubaues stellt sich für uns erst dann, wenn wir verlässliche Zahlen über die weiteren Schülerzahlen, sowie über die sinnvolle Nutzung der vorhandenen Räumlichkeiten haben.


4. Schuletat und Schulrenovierungen

Der Schuletat wurde in der Tat um 10% gekürzt – ich bedaure das. Grund war die Haushaltssperre für das Jahr 2009. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise konnten wir den städtischen Haushalt auf anderem Wege nicht mehr ausgleichen. In der Folge mussten und haben wir alle Etats gleichmäßig um 10% gekürzt. Auch bei den Schulen.

Wir haben unsere Schulen in der Vergangenheit kontinuierlich renoviert. Dafür habe ich mich immer eingesetzt:
- Georg-Büchner-Gymnasium (energetisch + Toiletten)
- Albertville-Realschule Fenster und Toilettensanierung
- Bau der Ganztagsschule
- Einrichtung eines Schülercafés mit Schulsozialarbeit
- Hertmannsweiler Sporthalle, Dachsanierung und Lärmschutz
- Grundschule Breuningsweiler
- Sanierung Stöckachhalle
- Sanierung der Tartanbahn im Stadion u.v.a.m.

Im Rahmen des Konjunkturförderprogrammes das vom Land weitergereicht wurde haben wir ein ganzes Bündel an Maßnahmen auch für die Schulen beschlossen.
In jedem Haushaltsjahr werden Mittel zur Sanierung eingestellt. Das ist auch weiterhin nötig. Leider kommen die Sanierungsmaßnahmen jetzt alle zeitlich eng aufeinander, da die Schulen annähernd gleich alt sind. Wir werden dabei Schritt für Schritt vorgehen. Hilfreich sind natürlich Zuschüsse von Land und Bund, die wir, sofern es sie gibt immer gerne in Anspruch nehmen.
Im kommenden Jahr wird die Albertville-Realschule samt Anbau renoviert. Das machen wir gemeinsam im Dialog.


5. Kommunikation

Voraussetzung für gegenseitige Wertschätzung ist sicherlich die offene Information aller Beteiligten. Dazu tun die Schulen bereits viel: Der Schulträger gibt laufend Informationen an den Gesamtelternbeirat weiter. Über das Jahr gibt es feste Sitzungstermine. Bei Bedarf besteht darüber hinaus die Möglichkeit zu weiteren Beratungen. Aber auch der Bürgermeister ist gefordert: Ich lade jährlich mindestens zweimal zu einer Schulleiterbesprechung ein. Jederzeit biete ich auch Einzelgespräche an. Der Schulentwicklungsplan wird öffentlich im Gemeinderat beraten, wozu alle Eltern und Elternvertreter herzlich eingeladen sind.
Eine weitere Beteiligung erfolgt im Rahmen der Planung des Schuletats und im Schulbeirat. Eine zweite unabdingbare Voraussetzung: Offenheit und Ehrlichkeit.


6. Netzwerkbildung

In Winnenden wurde von mir schon vor Jahren das Netzwerk kommunale Jugendarbeit initiiert. Es ist ein kreisweit beachtetes Modell, das sehr gute Arbeit leistet. Daran sehen Sie meine Wertschätzung solcher Netzwerke.
Darüber hinaus gibt es mit dem Sozialraumteam des Landkreises ein ebenfalls gut funktionierendes Netzwerk. Wenn es in Winnenden weitere Gruppen gibt, möchte ich sie gerne kennenlernen. Es ist Kennzeichen solcher Netzwerke, dass sie eben nicht zentral organisiert sind. Jeder darf sich einbringen, auch ich leiste gerne meinen Beitrag und prüfe mit Ihnen die Anknüpfungspunkte.

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden Stiftung gegen Gewalt an Schulen aus Winnenden, 14.01.2010 17.26 Uhr
Sehr geehrter Herr Sailer,

Sie bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters von Winnenden, das viel Verantwortung mit sich bringt.

Für uns, das Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden - Stiftung gegen Gewalt an Schulen und den Förderverein Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, haben sich in den letzten Monaten wichtige Fragen ergeben, welche wir nachfolgend gemeinsam zusammengestellt haben und für die wir um Ihre Stellungnahme bitten. Ihre Antworten zu diesen Themen, die uns täglich in irgendeiner Form begegnen, sind für uns alle eine wichtige Entscheidungshilfe bei der anstehenden Wahl.

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden/Stiftung gegen Gewalt an Schulen:

1. Seit dem 11.3.2009 sind über 10 Monate vergangen, ohne dass sich sichtbar und/oder fühlbar etwas verändert hat. Welches sind die Dinge, die sich Ihrer Meinung nach – auch als Folge dieses schrecklichen Ereignisses – bei uns verändern sollten und wofür würden Sie sich besonders einsetzen?

2. Am Jahrestag des Amoklaufs wird die Welt wieder auf Winnenden schauen. Wir haben bisher ja nicht viel an konkreten Maßnahmen vorzuweisen. Teilen Sie unsere Meinung, dass wir für andere ein Vorbild sein müssen? Wenn ja, was wollen Sie tun um auch zu zeigen, dass viele Entwicklungen in der Gesellschaft falsch laufen?

3. Viele Bürger kommen auf uns zu und beklagen, dass es keine Gedenkstätte gibt. Wie stehen sie dazu?

4. Uns vom Aktionsbündnis ist sehr an einer guten, vertrauensvollen und offenen Zusammenarbeit vor allem auch mit der Stadt Winnenden gelegen. Nur so können wir notwendige Veränderungen bewirken. Welche Punkte spielen aus Ihrer Sicht für eine gute Kommunikation eine wichtige Rolle? Gibt es Bereiche, die von Seiten des Aktionsbündnisses verbessert werden können?

5. In den letzten Monaten wurde oftmals das Fehlen von Werten in unserer Gesellschaft beklagt. Über welche Werte würden Sie gerne mit Kindern/Jugendlichen aus unserer Stadt diskutieren? Welchen Rahmen können Sie sich für eine solche Diskussion vorstellen?

Wir freuen uns auf Ihre Stellungnahme, die wir bis zum 19.01.2010 erbitten. Gerne werden wir Ihre Meinungen zu den oben stehenden Punkten an unsere Mitglieder/Familien weiterleiten, um auch diesen die Möglichkeit zu geben, Sie und Ihre Ansichten zu diesen für viele wichtigen Themen kennen zu lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden
Stiftung gegen Gewalt an Schulen

Antwort:
1.)Seit dem 11.03.2009 ist viel geschehen. Die Stadt hat nicht nur als Schulträger viel geleistet. So haben wir zunächst die Trauerfeier (Staatsakt) vorbereitet, den Schulbetrieb in Nachbarschulen verlegt, eine Interimsschule installiert, Umbaupläne für die Umgestaltung und die Rückkehr der Albertville-Realschule erstellt. Darüber hinaus haben wir allen Schülern eine Perspektive für die Zeit ab Schulabgang angeboten, Hilfsangebote für die Opfer unterbreitet, Trauergruppen eingerichtet und vieles mehr… Momentan bereiten wir den ersten Jahrestag vor.
Darüber hinaus wurden in verschiedenen Untersuchungsgruppen Lösungsansätze erarbeitet. Die „Andrioffgruppe“ hat beispielsweise 82 Lösungsansätze/ Handlungsfelder dargestellt. Sie sind teilweise in diesen Ausschüssen persönlich vertreten und haben einen guten Überblick.
Wir werden als Stadt erstens den Umbau der Albertville-Realschule vorantreiben. Und zweitens durch unsere Betreuungsangebote dazu beitragen, dass unsere Jugend in einem Umfeld aufwächst, das eine behutsame, soziale Vermittlung von Werten und Rücksichten bietet –
für eine Jugend mit Tugenden.
Sichtbar hat sich vielleicht noch nicht viel geändert – aber spürbar umso mehr. Überall erlebte und erlebe ich tätige Solidarität, ein Zusammenstehen in einer schweren Zeit.


2.) Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass in unserer Gesellschaft einige Entwicklungen falsch laufen. Allerdings sehe ich den städtischen Auftrag nicht darin aufzuzeigen, was alles falsch läuft. Vieles wissen wir. Wir müssen handeln. Ich verstehe auch nicht, warum gewaltverherrlichende Computerspiele nicht verboten werden oder das Waffenrecht endlich geändert wird. Die städtischen Einflussmöglichkeiten auf die Bundes- und Landespolitik, hierzu sind aber gering.
Was die Vorbildfunktion betrifft, so sollte jeder dem anderen ein Vorbild sein. Wir dürfen nicht in einen Wettbewerb von hochgerüsteten Schulen eintreten, sondern für eine behutsame, soziale Vermittlung von Werten und Rücksichten. Hier sichtbare Ergebnisse vorzuweisen ist schwierig. Aber ich weiß auch von den Winnender Schulleitern, dass sie sich dafür einsetzen – und mehr denn je eine Schulkultur ins Leben rufen.


3.) Es wird eine Gedenkstätte geben. Zunächst müssen jedoch mit der Schulgemeinschaft der Albertvillerealschule zentrale Fragen beantwortet werden:
1. Gibt es eine Rückkehr und wenn ja – wann?
2. Unter welchen Bedingungen und mit welchem Raumprogramm?
3. Welche Konsequenzen haben das zusätzliche Lehrpersonal, die Schulpsychologen, die geänderten Klassenteiler?

Die geplanten Veränderungen werden über 5 Mio. € kosten. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Bundeskanzlerin und Ministerpräsident wurden um finanzielle Unterstützung gebeten.
Allein kann die Stadt diese Konsequenzen nicht bewältigen. Eine erste finanzielle Unterstützung hatte das Land für den Staatsakt und die Interimsschule gewährt.
Die Planungen für den Umbau liegen jetzt vor und werden derzeit in den Gremien des Gemeinderates beraten. Wenn wir wissen, wie die Schule umgebaut und wie das finanziert wird, werden wir die Gedenkstätte planen und realisieren. Bisher haben wir in Abstimmung mit den Psychologen, sowie den Eltern einen Ort gefunden, an dem die Eltern trauern können. Das Bedürfnis bestand auch über die Feiertage.


4.) Auch mir ist an einer offenen und vertrauensvollen Zusammenarbeit gelegen. Bisher erfolgten die Gespräche direkt zwischen den Vertretern des Aktionsbündnisses und dem Oberbürgermeister. Insofern kann ich
die Kommunikation nicht beurteilen.


5.) Mein Leben ist geprägt von Erfahrungen mit und bei den Pfadfindern. Allerdings haben wir nicht nur diskutiert. Wir haben vielmehr miteinander gelebt, also „Learning by doing“ praktiziert. Es war eine Erfahrung, die bis heute trägt und Freundschaften fürs Leben begründete.
Was heute altmodisch klingt, ist nicht neuer Wein in alten Schläuchen, sondern alter Wein in neuen Schläuchen. Alt Bewährtes für junge, durstige Seelen. Der Durst nach Werten:
• Leben in Hoffnung – Mitverantwortung für die Zukunft
• Streben nach Freiheit
• Solidarität zu allen Menschen
• Suche nach Wahrheit (Wahrheitsliebe)
so lauten die Leitlinien der Pfadfinder. Noch detaillierter sind diese im Pfadfindergesetz dargestellt.
Zum Leben dieser Werte bietet sich ein außerschulischer Rahmen an. Hier können diese in Spielen und Aktionen umgesetzt werden. Ein unermessliches Reservat bieten die „NEW GAMES“ – Spiele bei denen es keine Verlierer gibt und jeder eine Anerkennung erfährt. Gemeinsamen Spaß.

Wendel Erich aus 71384 Weinstadt, 13.01.2010 10.50 Uhr
Hallo Herr Sailer,

sie haben sich unter anderem auch Gedanken gemacht über die weitere Verwendeung des Pfleiderer und AEG Areal.
Mich würde interessieren wieso sie sich Gedanken machen über die weitere Verwendung des AEG Areals. Wird die AEG verkauft und die Leute entlassen ?
Was wissen sie über die zukünftige Planung der leitenden AEG Bosse ?

Antwort:
Guten Tag, sehr geehrter Herr Wendel,
als Bürgermeister dieser Stadt ist es meine Pflicht, mir über die AEG und die mit ihr verbunden Arbeitsplätze Gedanken zu machen.
Meine Informationen habe ich aus einer aktuellen AEG-Pressemitteilung vom Ende letzten Jahres entnommen, die sicherlich auch Ihnen vorliegt.Mehr und ausführlicher informiert uns die Firmenspitze leider auch nicht.Ob die AEG verkauft wird, ob Leute entlassen werden, weiß ich deshalb nicht. Mir ist jeder einzelnen Arbeitsplatz wichtig. Und dazu gehört eben auch, sich heute schon Gedanken um die Zukunft zu machen.Das ist sicherlich auch in Ihrem Sinne und im Sinne unserer Winnender AEG.

Freundliche Grüße

Norbert Sailer

georges bernard-granger aus F- 73200 gilly, 09.01.2010 17.46 Uhr
gratuliere für Ihr ausführliches Programme, finde aber nirgendwo eine Anspielung auf unsere schon 43jährige Partnerschaft, kann mir aber nicht vorstellen, dass Sie darauf verzichten könnten! mit freundlichen Grüssen!
Antwort:
Lieber George,

ich denke oft und gerne an unsere gemeinsamen Stunden,
an die Freundschaft, die uns verbindet. Diese Freundschaft
zwischen uns, zwischen unseren Mitbürgern und Städten
ist mir heilig. Und deshalb möchte ich unsere Verbundenheit
nicht für Wahlkampfzwecke einsetzen. Ich bin mir sicher,
Du würdest in einer vergleichbaren Situation genauso handeln.

En profonde amitié
Norbert Sailer

Wolfgang Weber aus Winnenden,, 09.01.2010 12.17 Uhr
Sehr geehrter Herr Sailer,

Ihr 11-Punkte Programm lässt fast keine Themen offen.

Leider vermissen wir in Ihrem Programm das Thema Obdachlosenunterkünfte (>marode, menschenunwürdig), das gut unter Punkt 6 und 11 passen würde.

Welches Konzept haben Sie?


gez. Weber




Antwort:
Guten Tag, Herr Weber,

vielen Dank für Ihre Einschätzung zu meinem Programm.

Gleich zu Ihrer Frage, die mich vorgestern erreicht hat.
Die Obdachlosen beschäftigen mich und die Stadt schon seit Jahren. Und gerade bei den aktuellen Wintertemperaturen fühle ich mit.
Für erste Schritte wurde bereits Geld im Haushalt eingestellt.
Nun liegt es am Gemeinderat, eine Entscheidung zu treffen
und weitere Maßnahmen in die Wege zu leiten.
Eine Renovierung der vorhandenen Unterkünfte ist weder
menschlich noch wirtschaftlich sinnvoll. Ich strebe deshalb
eine neue Lösung an. Wie gesagt - zusammen mit dem
Gemeinderat. Direkt nach der Wahlentscheidung wird es
hier weitergehen.

Freundliche Grüße

Norbert Sailer